Tipps zum Kaufen und Verkaufen auf Online-Auktionen
Online-Auktionen sind grosse Internet-Marktplätze, wo man Waren im Auktionsstil verkaufen kann. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie dies als Ladenbesitzer im grossen Stil, oder nur auf privater Ebene tun. Wir kommen ursprünglich aus der Online-Auktions-Branche und haben für Sie nachfolgend einige Tipps zusammengestellt. Der Vollständigkeit halber haben wir neben den Tipps für Verkäufer auch noch die wichtigsten Tipps für Käufer zusammengestellt.
Tipps für Verkäufer
Bilder
Ein gutes Bild ist die halbe Miete. Für gewöhnliche Artikel wie Bücher oder Computerspiele kann man ein Bild im Internet suchen ( Google Bildsuche ) und verwenden. Individuelle Einzelstücke sollten einzeln fotographiert werden. Die besten Bilder erhält man mit einer Digitalkamera, im Notfall tut es auch ein Scan oder ein Bild per Webcam.
Kategoriewahl
Sie sollten Ihre Ware in die optimiale Kategorie eintragen. Dazu sollten Sie sich zuerst einmal alle Kategorien herausschreiben, die theoretisch passend wären. Somit können Sie den Artikel bei einem nicht erfolgreichen Verkauf systematisch in alle Kategorien der Liste eintragen und herausfinden, in welcher Kategorie der entsprechende Artikel am besten verkauft wird.
Titelwahl
Der Titel der Auktion ist nicht unwichtig, schliesslich möchten Sie gefunden werden. Verwenden Sie keine unnötigen Füllzeichen (>>>, <<< oder ***), sondern geben Sie im Titel bereits soviel Informationen wie möglich an. Überlegen Sie sich auch, mit welchem Begriff Sie Ihre Artikel suchen würden und bauen Sie ihn n den Titel ein.
Detailbeschreibung
Der Beschrieb ist ein sehr wichtiger Teil der Auktion - denn hier entscheidet sich der Interessent, ob er zuschlagen will, oder nicht. In eine Beschreibung gehören sowohl physische Eigenschaften des Artikels (Dimensionen, Gewicht, ev. visuelle Mängel), der Lieferumgang (genaue Auflistung dessen, was eigentlich alles versteigert wird, also jegliche Kabel, Anleitungen, Stecker, Etuis, ...) und nochmals zusammengefasst die Lieferbedingungen (wer zahlt das Porto, wohin wird alles verschickt, wann geht der Artikel auf die Post, wird der Artikel per Schnell- oder Normalpost verschickt, ...). Wichtig ist vor allem, dass die Beschreibung wahrheitsgetreu ist. Allfällige Mängel sind also unbedingt aufzuführen - dies wirkt nicht nur seriöser, man erspart sich hiermit unter Umständen ein mühsames Reklamationsprozedere seitens des Kunden.
Startzeit
Die Startzeit ist insofern wichtig, als sie zugleich die Endzeit festlegt. Es sollte darauf geachtet werden, dass zu dieser Zeit möglichst viele Menschen die Möglichkeit haben, online zu sein (je nach Zielgruppe könnten tabu sein: Samstag Abend, weil da viele Leute ausser Haus sind; Nachtstunden, weil da viele schlafen; die üblichen Arbeitszeiten; ...). Gute Startzeiten könnten sein: früher Morgen, Mittag oder früher Abend an Wochentagen (bitte nicht zur Tagesschau-Zeit, weil da viele vor dem TV sitzen). Da die meisten Leute erst gegen Ende einer Auktion zu bieten beginnen, sollte die Startzeit gut durchdacht sein.
Auktionsdauer
-Die Auktionsdauer spielt eigentlich keine grosse Rolle. Man soll selbst experimentieren, ob sich eher kurze oder eher lange Auktionen rentieren für die Produkte, die man verkauft. Was man jedoch beachten sollte, ist der Tag, an dem die Auktion endet. Samstag-Abende sind für jüngere Leute als Zielgruppe vielleicht nicht sehr geschickt.
Startpreis
Um den Startpreis festzulegen, sollte man sich einige strategische Überlegungen machen. Beginnt man ganz tief, so ist die Chance grösser, dass die Auktion ins rollen kommt. Jedoch läuft man Gefahr, den Artikel zu einem tieferen Preis verkaufen zu müssen, als man sich erhofft.
Wer auf Nummer sicher gehen will, startet seine Auktion ganz leicht unter dem Preis, den er minimal erzielen will. Nun braucht es nur noch einen einzigen Bieter, und die Auktion war für beide Seiten erfolgreich: Für den Verkäufer, weil er mindestens seinen Minimalpreis erzielt hat, und für den Bieter, der sehrwahrscheinlich in keine Überbiet-Schlacht hineingerät.
Sofort kaufen
Manche Auktionshäuser bieten die Möglichkeit, einen Sofort-Preis festzulegen. Das ist sozusagen der Maximalpreis, zu dem der Interessent den Artikel zu jedem beliebigen Zeitpunkt sofort kaufen kann. Ich würde diese Funktion eher meiden, da der Sofortpreis den Maximalpreis darstellt und man somit seinen eigenen Profit senken kann.
Tipps für Käufer
Rush-Hour meiden
Wann sind viele Leute online? Über den Mittag, am frühen Abend, am Wochenende. Darum sollte man sich diejenigen Auktionen aussuchen, die nicht gerade zur rush-hour enden, um ungestört zuschlagen zu können. Denn - je weniger Leute, desto grösser die Chance, das Schnäppchen abzusahnen.
Gelegenheitsverkäufer suchen
Die besten Schnäppchen lassen sich bei unerfahrenen Gelegenheitsverkäufern machen, die sich durch Unprofessionalität auszeichnen und so von vielen vernachlässigt werden. Dies können sein Auktionen ohne Bilder oder mit unzureichender Beschreibung. Bei Unklarheiten sollte man mit dem Verkäufer Kontakt aufnehmen und die Dinge klären. Bei erfolgreicher Klärung kann man beim Schnäppchen zuschnappen.
Vertrauens-Check
Selbstverständlich sollte nur bei solchen Anbietern gekauft werden, die durchwegs positive Bewertungen haben. Bei Verkäufern ohne Bewertung kann man die Seriosität per Kontaktaufnahme sicherstellen. Falls einem keine Frage einfällt, nimmt man eine Kontrollfrage (à la "Ist dieser Artikel wirklich neu?", "Wie läuft das genau, wenn ich per Rechnung zahle?", "Haben Sie ein grösseres Bild von Ihrem Artikel?", ...) und entscheidet anhand der Korrespondenz.
Kontaktaufnahme bei Fragen
Falls irgendetwas nicht ganz klar sein sollte, empfiehlt sich die Kontaktaufnahme zum Verkäufer. Damit bekundet man beim Verkäufer Interesse und kann sich als potentieller Käufer anhand der Korrespondenz ein Bild vom Anbieter machen. Falls die Auktion offensichtlich nicht erfolgreich sein wird, kann man mit dem Anbieter auf diesem Weg auch weitere Verhandlungen durchführen.
Beschreibung analysieren
Schwammige Aussagen und Konjunktive sollten mit Vorsicht genossen und kritisch durchleuchtet werden ("Hat vielleicht einen kleinen Mangel.", "Funktioniert noch ganz gut, abgesehen von kleineren Unreinheiten", "Der Zustand dieses Artikels wäre eigentlich ganz passabel", ...). Bei Unklarheiten sollte sofort der Kontakt zum Verkäufer gesucht werden.
Am Schluss zuschlagen
Man sollte Auktionen, die man als interessant einstuft, bis zum Ende nur als Beobachter beiwohnen. Erst ein paar Minuten vor Auktionsschluss - je später, desto besser - sollte man zu bieten beginnen, um den Preis nicht schon vorab unnötig in die Höhe zu treiben. Bevor man zu bieten beginnt, sollte man aber einen Maximalpreis festlegen, den man zu zahlen bereit ist. In der Hitze einer Biet-Schlacht verliert man schnell die Kontrolle über sein Porte-Monnaie.
Automatische Biet-Funktionen nutzen
Biet-Assistenten erleichern einem zumeist das Leben. Man gibt seinen Maximalbetrag ein, der Assistent erhöht aber nur um das Minimum, und sobald jemand diesen Betrag überbietet, überbietet ihn der Assistent sofort wieder. Dieses Spielchen geht bis zum eigenen Limit, danach schaltet sich der Assistent aus.
Somit könnte man Tipp 6 und 7 gleich verbinden. Ganz kurz vor Auktionsende setzt man seinen Maximalpreis fest und gibt ihn über den Biet-Assistenten ein. Danach bindet man sich am besten die Hände hinter dem Rücken zusammen, um der weiteren Versuchungen zu wiederstehen, und sieht sich das Ende der Auktion aus Beobachterposition an.
Ebayspezifisch:
Tipps für das Erfassen eines Artikels auf eBay
eBay ist das grösste Auktionshaus im Internet mit mehreren Millionen regelmässigen Benutzern allein in Deutschland. Bei eBay lässt sich offensichtlich alles verkaufen, wie der Blick in die verschiedenen Kategorien zeigt. Besonders für Ladenbesitzer ist der Verkauf auf eBay eine sehr gute Ergänzung zum Ladenverkauf.
eBay-Gebühren
eBay finanziert sich durch Gebühren. Einerseits sind dies Einstellgebühren beim Eröffnen der Auktion und andererseits sind es Verkaufsgebühren am Ende einer erfolgreichen Auktion.
Es ist nützlich, möglichst oft den Startpreis auf 1 Euro bzw. 1 Franken zu setzen, da sich die Gebühren für das Erfassen von Auktionen am Startpreis orientieren.
Allgemeine eBay-Tipps
Normalerweise spielt die Gross-und Kleinschreibung keine Rolle bei der Suche bei eBay. Bei eBay gilt dies jedoch nicht für Umlaute: Die Suche nach "österreich" ergibt andere und zudem drastisch viel weniger Ergebnisse, als die Suche nach "Österreich". Man sollte darum bei Stichworten mit einem Umlaut als Anfangsbuchstaben unbedingt mit beiden Schreibweisen suchen.
Ein Grund, warum eine Auktion über die Stichwortsuche nicht gefunden wird, ist die Rechtschreibung. Man sollte immer die möglichen Falschschreibungen versuchen, also nicht nur nach "Amethyst" suchen, sondern auch nach "Ametyst" und "Amethist".
Man sollte versuchen, erst so nahe wie möglich am Auktionsschluss beginnen zu bieten. Was man aber meiden sollte, sind sogenannte "Sniper" - das ist Software, mit der automatisch in letzter Sekunde geboten werden kann (dem Autor der Kult-Software Biet-o-matic, Joachim Schlesmann, wurde vor kurzem eine einstweilige Verfügung aufgebrummt). Solche Software verstösst laut Ansicht von eBay und deren Rechtsvollstrecker dem "Gesetzt gegen den unlauteren Wettbewerb" in mehreren Punkten.
Der eBay-Wortfilter
eBay betreibt einen Wortfilter für die Suchfunktion. Verkäufer müssen also unbedingt darauf achten, dass in ihrem Titel kein Begriff vorkommt, der herausgefiltert wird - denn sonst kann der Artikel nicht über die Suchfunktion gefunden werden, auch nicht mit einem anderen Begriff nicht, der nicht auf der Liste steht.
Sicherheit bei Kauf und Verkauf
Wer sich vor Betrügern und schlechten Erfahrungen schützen will, sollte diese Punkte beachten:
1. Niemals per Vorkasse zahlen
2. Bis zu einem Warenwert von 200 Euro gibt es eine eBay-Versicherung. Für wertvollere Artikel sollte man den Treuhandservice ins Auge fassen, der den Zahlungsprozess übernimmt.
3. Leider müssen nur Hersteller für ihre Produkte haften und nicht Wiederverkäufer oder der Auktionator. Gefällt einem Käufer die Ware nicht, kann man jedoch ein Widerrufsrecht geltend machen. Der Käufer kann dazu den ersteigerten Artikel innerhalb von zwei Wochen zurückschicken.
Links:
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www.ricardo.ch
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www.ebay.ch
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www.ebay.de
- Hilfssoftware:
www.onlinemarktplatz.de/
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www.baywotch.de/
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www.wortfilter.de/
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bom.sourceforge.net/
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pages.ebay.de/pdf/ebay_verkaeuferhandbuch.pdf?ssPageName=DE
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www.gif-bilder.de/weblog/2006/02/04/tipps-fur-onlineauktionen/