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> Interview mit zanox AG
Ayom Wissensdatenbank 654 Artikel
  Aktuelles Rating:    Last Edit by Guest @ 16.01.2005 12:01:18
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Interview mit zanox AG






Das international tätige
Partnerprogramm-Netzwerk zanox.de
ist mit über 65.000 aktiven Affiliates eines der grössten
Netzwerke Deutschlands und das wohl innovativste weltweit. Unternehmen
wie die Deutsche Post, karstadt.de oder Conrad vertrauen auf den
Vertriebskanal von zanox.de.

Remo Uherek von der Small-n-Tall GmbH besuchte zanox am 30.4.2003 in Berlin
und interviewte International Account Manager Katrin Köhler
und Premium-Affiliate-Betreuer Christian Boris Schmidt (Moderation).
zanox-Plachte im Büro

zanox-Werbeblache im Büro

Remo Uherek: Zuerst einmal eine
provokative Frage zu Beginn: Was hat zanox Schweizer Partnern eigentlich zu bieten?


K. Köhler: In Zukunft wird zanox Schweizer Partnern hochqualifizierte
Partnerprogramme von grossen Betreibern zu bieten haben. Dress-for-less
wird in Kürze ein eigens auf die Schweiz ausgerichtetes Partnerprogramm
starten. Mit weiteren Betreibern sind wir in der Plaungsphase. Wir
legen sehr grossen Wert auf grosse und qualitativ hochwertige Betreiber.


Remo Uherek: Und dies alles ist Zukunftsmusik?
Oder gibt es schon Schweizer Merchants?


K. Köhler: Schweizer Merchants haben wir derzeit noch
keine, aber den Schweizer Markt werden wir, wie schon gesagt, in sehr
kurzfristiger Zukunft erschliessen.


Remo Uherek: Haben Sie derzeit eigentlich viele
Schweizer Affiliates?


K. Köhler: Schweizer Affiliates sind bei uns vertreten,
aber noch in geringer Anzahl. Der grösste Teil unserer Merchants
ist auf Deutschland ausgerichtet und es gibt wie vorhin schon angesprochen
derzeit noch keine auf die Schweiz ausgerichteten Partnerprogramme
bei zanox. Wir planen derzeit in Österreich grössere Aktivitäten
und auch für die Schweiz ist einiges in Planung.


Remo Uherek: Aber heisst das grundsätzlich,
dass die Schweiz für zanox auch ein Thema ist?


K. Köhler: Absolut. Sobald die ersten grossen Merchants
gestartet sind, sind wir auf der Suche nach Schweizer Affiliates.










Interview mit zanox.de Remo Uherek: Wie ist zanox eigentlich dazu gekommen,
jetzt auch auf die Schweiz zuzugehen?


K. Köhler: Wir wollen uns allgemein international
entwickeln - nicht nur Österreich und Schweiz - sondern wir
sind z.B. auch dabei, in Grossbritannien oder Skandinavien Dinge
zu entwickeln. Von daher ist die Schweiz als deutschsprachiges
Nachbarland natürlich bevorzugt.
v.l.n.r.: Remo Uherek
(Remo Uherek), Katrin Köhler (zanox.de)

Remo Uherek: Wie sehen Sie das E-Commerce-Potential
der Schweiz? Im Vergleich zu Deutschland muss es ja lächerlich klein erscheinen,
oder?


K. Köhler: Das Potential ist sehr gut, leider gibt es
nicht so viele Einwohner wie in Deutschland (lacht).


Remo Uherek: zanox ist ja berühmt für
die Shopping-Mall "shop@". Wäre vielleicht eine auf die Schweiz
spezialisierte Version von shop@ möglich?


K. Köhler: Auf alle Fälle. In Deutschland läuft shop@ der
Einzigartigkeit wegen sehr gut und wir streben an, das Modell auf möglichst
viele Länder - natürlich auch die Schweiz - auszudehnen. Vorausgesetzt,
es sind genügend Anbieter vorhanden, die man da integrieren kann.


Remo Uherek: Auf welche Features kann man sich
bei zanox in Zukunft freuen?


K. Köhler: Heute z.B. haben wir gerade ein Update des User-Interfaces
gemacht. Affiliates können sich somit die Umsätze jetzt auch in Schweizer
Franken anzeigen lassen.


Remo Uherek: Apropos Schweizer Franken. Bereitet
zanox der Schweizer Franken finanzentechnisch keine Sorgen, da die Schweiz ja
mit ihrem Schweizer Franken in Mitteleuropa eine Inselposition eingenommen hat?


K. Köhler: Nein, da sich die Schweiz in Europa befindet, ist der
Schweizer Franken kein Problem für uns.


Remo Uherek: Zahlt zanox eigentlich auf Schweizer
Konti aus?


K. Köhler: Ja, dies ist jetzt schon möglich.


Ch. B. Schmidt: Wir haben mit Österreich
schon recht gute Erfahrungen sammeln können. Was gibt es denn da für
Analogien, die man prognostizieren könnte für die Schweiz? Im Prinzip
haben wir ja jetzt in Österreich schon das, was wir in der Schweiz vorhaben
- es sind ja bereits die ersten Österreichischen Merchants gestartet.


K. Köhler: Viele, die wir jetzt schon haben, wie Conrad
oder Dress-for-less, haben in jedem Land ihren eigenen Shop mit eigenem
URL. Und genau für diesen nationalen Shops suchen die Händler
auch nationale Partner. Und das ist in der Schweiz nicht anders. Tchibo
und Conrad haben auch ihre eigenen Schweizer Shops. Genau deshalb
wollen wir ja auch in jedes Land einzeln einsteigen. Die Schweizer
Kunden möchten schliesslich nicht ausschliesslich über Deutsche
Shops, sondern auch über Schweizer Shops mit Schweizer URL kaufen.


Remo Uherek: Also gibt es die Tendenz, dass wirklich
jeder Shop auch mit einem eigenen Auftritt in jedem Land vorhanden sein will?


K. Köhler: Ja, das sehe ich so. Jeder nationale Markt
hat seine individuellen Eigenschaften und die Händler möchten
selbstverständlich darauf eingehen können. Händler
möchten also nicht einen deutschsprachigen Shop für die
Länder Deutschland, Österreich und Schweiz, sondern möchten
eben für jedes Land einen eigenen Auftritt.


Remo Uherek: Und genau diese Idee greift jetzt
zanox auch auf im Hinblick auf die "Internationalisierung"?


K. Köhler: Ja.


Remo Uherek: Ist vielleicht auch ein Sitz in der
Schweiz geplant?


K. Köhler: In Österreich haben wir das so gemacht,
dass wir für die Österreichischen Partner eine Österreichische
Telefonnummer eingerichtet haben. Zumindest eine Telefonnummer ist
auch für die Schweiz geplant, um die Partnerbetreuung bequemer
und individueller gestalten zu können.


Remo Uherek: Und damit auch die Partnerbetreuung
zu intensivieren.


K. Köhler: Ganz genau. Weiter wird es für jedes
Land auch eine eigene Homepage geben.


Ch. B. Schmidt: Du bist ja auf dem Schweizer
Markt zu Hause. Wie siehst Du eigentlich das Potential der Schweizer Affiliates?
Spürst Du einen Drang der Schweizer Affiliates bei Partner-Netzwerken mit
einzusteigen, oder suchen sich die Schweizer eher einzelne, unabhängige Partnerprogramme
aus? Wie Du mir schon im Vornherein erzählt hast, gibt es ja noch gar kein
Partner-Netzwerk in der Schweiz.


Remo Uherek: Das stimmt, in der Schweiz gibt es, abgesehen von
den ganz kleinen und unwesentlichen, eigentlich kein Partner-Netzwerk.
In praktisch jedem Gespräch mit grösseren Schweizer Affiliates
und auch Merchants spielt diese Feststellung eine Rolle. Von daher
behaupte ich, dass die Nachfrage in der Schweiz nach einem Affiliate-Netzwerk
durchaus besteht.


Ch. B. Schmidt: Wir setzen ja nicht nur auf
Merchant-Seite, sondern auch auf Affiliate-Seite auf Qualität.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass nur sehr wenige grosse Partner den
grössten Teil der Umsätze generieren. Als Premium-Partner-Betreuer
kenne ich mich auf diesem Gebiet in Deutschland schon ganz gut aus.
Aber wie siehst Du das Potential an wirklich starken Partnern in der
Schweiz, die auch das nötige Vertriebsnetz und Know-How mitbringen?


Remo Uherek: In der Schweiz ist dies sicher nicht anders als
in Deutschland. Der grösste Teil der Affiliates ist umsatzschwach.
Zur Zeit kann man umsatzstarke und engagierte Partner vermutlich an
einer Hand abzählen. Es sollte ein Anliegen jedes Partnerprogramm-Betreibers
sein, die Qualität seiner Affiliates zu steigern und sie zu höheren
Umsätzen anzuregen. Ich behaupte, dass der Affiliate-Markt der
Schweiz von höchstens 5% der Affiliates dominiert wird. Der Rest
sind Statisten.










Ch. B. Schmidt: So wenig? (lacht)

Remo Uherek: Ja. Aber da sich der Schweizer Markt erst gerade
im Aufblühen befindet, bin ich überzeugt, dass die Qualität
der bisherigen Partner kontinuierlich steigen wird. Bestimmt werden
einige, die in den Geld verdienen Markt hineingeschnuppert haben,
Gefallen daran finden und die Zahl der Affiliates, die dies zu
ihrem Hauptberuf machen, wird weiter steigen.
Internetauftritt von zanox.com

Der Internetauftritt
von zanox.com


Ch. B. Schmidt: Haben Schweizer Affiliates
im Vergleich zu Deutschen andere Grundansprüche an ein Partner-Netzwerk?
Oder was hast Du für Anforderungen - beruhend auf Deiner Erfahrung?


Remo Uherek: Da sich zur Zeit der Schweizer Markt noch am Deutschen
orientiert, sind die Anforderungen in etwa identisch. Was ich aber
persönlich als Voraussetzung für ein wirklich gutes Partnerprogramm
betrachte, ist, dass es erstens mehrere Ebenen gibt, dass zweitens
nach Erreichen der Auszahlungsgrenze automatisch monatlich ausbezahlt
wird - um sich so auf ein regelmässiges Einkommen verlassen zu
können - und dass drittens sehr viel verschiedener Content als
Werbemittel zur Verfügung gestellt wird. Es sollte für jeden
Webmaster etwas dabei sein, seien es klassisch Banner für eine
bestehende Homepage oder aber auch Content für eine neu und ausschliesslich
um das Partnerprogramm herum gebaute Website.


K. Köhler: Welche Schweizer Händler
sollten denn unbedingt bei zanox vertreten sein?


Remo Uherek: Da es in der Schweiz eine überschaubare Anzahl
an grösseren Shops gibt, würde ich längerfristig anstreben,
wirklich alle grösseren Händler als Partner zu gewinnen.


Es wäre auch interessant, den einen oder anderen Nischenanbieter
zu haben. Denn wenn man sich immer nur am Trend orientiert, wird die
Konkurrenz schnell zu gross und es wird schwierig, sich durchzusetzen
und Geld zu verdienen.


K. Köhler: Wie sieht es mit den Sprachen
in der Schweiz aus? Es gibt ja neben Deutsch auch Französisch und Italienisch.


Remo Uherek: Dem Französischen wird ein ähnliches Potential wie
dem Deutschen Teil zugesprochen. Wir waren im April bei einem grossen Schweizer
E-Commerce-Unternehmen, ricardo.ch (vgl. Interview
mit ricardo.ch
), zu Gast und stellten fest, dass in der Schweiz nur die Sprachen
Deutsch und Französisch wirklich relevant sind. Der Italienische Teil ist
viel zu klein, ganz zu schweigen vom Rätoromanischen.


Danke für das Gespräch und den sehr netten Empfang in Berlin!



Für Ayom,
Remo Uherek
(Danke Christian Boris Schmidt für die Moderation und die Photos)



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