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  Aktuelles Rating:    Last Edit by Alain Aubert @ 24.11.2004 22:11:26
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Interview mit Fleurop Interflora Schweiz

Blumen von Fleurop

Hallo Blumenbranche!

Fleurop.ch ist der führende Blumenshop
im E-Commerce in der Schweiz. Bereits seit 1996 ist der Shop unter www.fleurop.ch
vertreten und gilt heute als ein "Big Player" im Schweizer E-Business.
Das Interview wurde am 31.7.2003 von Remo Uherek und Yasmine Zemp in Oberengstringen bei Zürich geführt. Interviewt zu den Themen Blumenbranche und E-Business wurde Frau Monika Kessler vom Fleurop Marketing.
Small-n-Tall: Warum ist das Internet für Fleurop
eigentlich so wichtig?

M. Kessler: Fleurop.ch hat sich bis heute zu einem unserer grössten
Absatzkanäle entwickelt, der sogar immer noch wächst. Bereits im Jahre
1995 haben wir mit dem E-Business begonnen. Damals noch ziemlich umständlich
per Email. Der grosse Vorteil für uns war, dass unser gesamtes weltweites
Logistiknetz bereits seit über 70 Jahren aufgebaut worden ist und so konnten
wir schnell und einfach ins Online-Business einsteigen, ohne uns Gedanken über
die Logistik machen zu müssen.

Bei jeder Blumenbestellung werden nur die letzten Kilometer physisch zurückgelegt.
Wir leiten jeden Auftrag elektronisch zu einem nahe gelegenen Floristen in der
Schweiz oder im entsprechenden Land weiter, der die Blumen dann physisch liefert.
Dieses System funktioniert natürlich auch per Internet hervorragend.
Small-n-Tall: Wie gingen denn früher Bestellungen
ein?
M. Kessler: Früher gingen Bestellungen per Post, per Telegramm, per
Telefon oder per Fax ein und unser Slogan hiess "Blumen in alle Welt".
Mit den neuen IT-Technologien und dem Internet wurde dann sehr schnell "Blumen
innert Stunden in alle Welt" daraus. Für uns war das Internet also von
Beginn an sehr wichtig und mit Bluewin hatten wir von Beginn an einen starken
Partner an unserer Seite, der uns den Einstieg vereinfachte. Das Internet ist
ein idealer Kanal zur Neukunden-Gewinnung und wir konnten dadurch auch viele neue
Stammkunden gewinnen.
Small-n-Tall: Ist es richtig, dass Kunden online
nur per Kreditkarte zahlen können oder bieten Sie auch andere Zahlungsmittel
an?

M. Kessler: Nein, beim Bestellungsvorgang kann man die Zahlungsart zwischen
allen gängigen Kreditkarten und Rechnung wählen.
Small-n-Tall: Postcard wird nicht angeboten?

M. Kessler: Nein, Bezahlung per Postcard bieten wir zur Zeit nicht an.

Small-n-Tall: Welches ist denn die
Hauptzahlungsart bei Ihnen? Wie ist das Verhältnis zwischen Kreditkarte und
Rechnung?
M. Kessler: Bei Telefonbestellungen zahlen die meisten
Kunden per Rechnung und im Internet wird vermehrt per Kreditkarte gezahlt. Da
in der Schweiz die Zahlungsmoral der Kunden sehr gut ist, funktioniert dies auch
dementsprechend gut. Die Rechnung steht auch Neukunden von Beginn an zur Verfügung.
Eingangsbeschilderung von Fleurop

Endlich @Fleurop, nach zweistündiger Reise!

Small-n-Tall: Die Schweiz ist im E-Business vor
allem im Vergleich zu den USA weit zurück. Wie denken Sie, sieht die Zukunft
des Schweizer E-Business' aus. Stehen wir erst am Beginn der Entwicklung?

M. Kessler: Wenn man das schweizer E-Business mit Amerika vergleicht,
hinken wir klar hinterher. Im europäischen Vergleich hingegen kann sich die
Schweiz durchaus sehen lassen.
Small-n-Tall: Wo stufen Sie die Schweiz denn im
europäischen Vergleich ein?

M. Kessler: Vom Verhältnis her der Leute, die im Internet einkaufen
zur gesamten Bevölkerungszahl ist die Schweiz ziemlich weit vorne dabei.
Vor allem im Vergleich zu Deutschland kaufen im Verhältnis viel mehr Schweizer
Bürger im Internet ein. Deutschland schöpft das Potential der grossen
Anzahl an Einwohnern noch nicht optimal aus.
Small-n-Tall: Wird der Internetmarkt in der Schweiz
noch weiter wachsen?

M. Kessler: Seit 1995 gab es jedes Jahr ein rasantes Wachstum des Schweizer
Internets. Im letzten Jahr gab es jedoch bereits den ersten kleinen Einbruch,
der auf den gesunden Rückgang der Web-Unternehmen, die während des Internet-Booms
aus dem Boden schossen, zurückzuführen ist. Aber abgesehen davon sehe
ich durchaus noch ein grosses Potential für die Schweiz in Zukunft.
Small-n-Tall: Das Einkaufen im Internet hat sich
ja noch nicht wirklich im Alltag etabliert...

M. Kessler: Ja, richtig. Die meisten Bestellungen gehen bei uns während
den normalen Öffnungszeiten ein. Das zeigt, dass viele Menschen noch nicht
von zu Hause aus einkaufen.
Small-n-Tall: Affiliate Marketing ist ja eine relativ
neue Marketingmethode, die von Amazon eingeführt wurde. Was für einen
Stellenwert hat das Affiliate-Programm von Fleurop.ch für Sie? Das Partnerprogramm
ist ja noch gar nicht öffentlich zugänglich...

M. Kessler: (lacht) Gute Frage. Nun, unser Affiliate-Programm existiert
bereits seit Ende Jahr 2000. Wir wurden aber nicht selbst aktiv, sondern führten
das Programm ein, weil wir mehrfach darauf angesprochen wurden und Nachfrage danach
bestand. Selbst heute noch können sich Partner nur auf Anfrage anmelden.

Zum Stellenwert: Wir erachten das Affiliate Marketing als eine gute Sache und
stellen das Programm auch gerne zur Verfügung, da es viele gute Websites
und Portale im Internet gibt und wir aus Budget-Gründen nicht überall
Werbung einbuchen können. Die Bestellungen, die über das Affiliate-Programm
generiert werden, machen jedoch erst ein bis eineinhalb Prozent bei uns aus. Der
Stellenwert ist also eher marginal.
Remo Uherek von Small-n-Tall

Small-n-Tall: Wie sieht Ihre Marketing-Strategie
im Internet denn aus, wenn das Affiliate Marketing einen solch kleinen Stellenwert
hat?

M. Kessler: Wir konzentrieren uns ganz klar auf die grossen Partner und
Portale, also Bluewin, Google und Search.ch. Früher haben wir auch mit kleineren
Portalen experimentiert, doch im Internet hat man sofort die harte Wahrheit auf
dem Tisch. Man kann genau zurückverfolgen, welcher Kanal was geleistet hat
und wie erfolgreich er war.
Small-n-Tall: Apropos Werbebuchungen. Buchen Sie
immer noch auf TKP-Basis (Preis pro Tausend Einblendungen), oder verwenden Sie
auf Erfolg basierende Abrechnungen? TKP ist doch recht teuer...

M. Kessler: Ja, das stimmt. Früher wurde auf TKP-Basis Werbung gebucht.
Heute haben sich jedoch grosse und erfolgreiche Werbeflächen etabliert, wo
ganze Pakete gebucht werden und nicht nur Bannerwerbung. Ergänzend zur Bannerwerbung
wird meistens eine Shoppinglösung integriert oder Keyword-Marketing bei der
internen Suchfunktion der Website betrieben.

Die Views werden zwar heutzutage immer noch gezählt, sind aber vom Stellenwert
her nicht mehr dominant. Der TKP ist heute eher ein Richtwert, ansonsten ist wie
bereits erwähnt eine Kampagne ein ganzes Paket, das auf einer Mischrechnung
aus Fixbetrag und Provision basiert.

Grrrrrrr
- Sonnenblendung oder Ärger?

(Remo Uherek von Small-n-Tall)
Small-n-Tall: Nochmals
zurück zum Affiliate-Programm. Ist es geplant, das Programm in Zukunft stärker
zu forcieren und z.B. auf Fleurop.ch zu erwähnen?

M. Kessler: Kurzfristig ist dies nicht geplant, mittel- bis langfristig
jedoch durchaus. Wie bereits erwähnt, ist der Stellenwert bei uns eher marginal...
Small-n-Tall: Aber diesen kann man doch durch entsprechende
Förderungs-Massnahmen erhöhen?

M. Kessler: Ja, aber wir denken nicht, dass dies den Aufwand rechtfertigen
würde. Das Affiliate-Programm ist in unseren Augen sicherlich nicht der Kanal,
der den Hauptumsatz generieren wird.

Aber es sind durchaus Massnahmen geplant. Vor allem möchten wir den internen
Ablauf optimieren, um das Affiliate-Programm für uns effektiver zu machen.
Wenn dies geschehen ist, werden wir das Programm auch öffentlich anbieten.
Aber wie gesagt wird dies erst mittel- bis langfristig geschehen.
Small-n-Tall: Denken Sie, dass man als Nutzer des
Fleurop-Partnerprogramms vom Blumenverkauf auf seiner Website leben kann?

M. Kessler: (lacht) Also nur von Blumen sicher nicht. Aber es gibt durchaus
Portale, die das Partnerprogramm sehr gut integriert haben.
Small-n-Tall: Und wenn man z.B. ein Hochzeits-Portal
hat und Hochzeitsblumen verkauft?

M. Kessler: Dies ist kein optimales Beispiel. Der schweizer Markt ist
da erstens relativ beschränkt und zweitens ist ein Hochzeitsstrauss etwas
ganz besonders für die Menschen. Hochzeits-Bouquets verkaufen wir nicht übers
Netz - da verweisen wir die Kunden lieber direkt an den Floristen, der die Kunden
dann individuell beraten kann.
Interview mit Fleurop

Die Diskussion
zwischen Monika Kessler (Fleurop) und

Remo Uherek (Small-n-Tall) ist eröffnet!

Small-n-Tall: Wenn man über die Blumenbranche
spricht, fällt meistens der Begriff "Valentinstag". Wie wichtig
ist dieser mysteriöse Tag eigentlich für Sie? Ist es tatsächlich
der wichtigste Tag für den Umsatz? Es ist doch nur einer von 365 Tagen...

M. Kessler: Es ist tatsächlich so, dass der Valentinstag der wichtigste
Blumentag im Jahr ist. Was diesen Tag speziell macht, ist, dass er weltweit jedes
Jahr am selben Tag, dem 14. Februar, stattfindet. Sehr populär war der Valentinstag
zunächst in Amerika und England und der grossen Marketingwelle aus Amerika
verdanken wir den Valentinstag hier in Europa.

Früher war der Muttertag der wichtigste Tag für Floristen. Doch der
Muttertag ist in vielen Ländern an unterschiedlichen Tagen. Er ist daher
nicht so eine "geballte Ladung" wie der Valentinstag, der sich auf einen
einzigen Tag konzentriert.
Small-n-Tall: Welches sind eigentlich die drei
wichtigsten Blumentage?

M. Kessler: Erstens der Valentinstag, zweitens der Muttertag und drittens
das Weihnachtsgeschäft mit der Adventszeit. Ein Blumenstrauss ist natürlich
auch ein schönes Weihnachtsgeschenk. Vor allem hat die Floristik da einen
Wandel durchgemacht. Heutzutage sind Blumensträusse regelrechte Kreationen
des Floristen - was natürlich ein schönes Geschenk abgibt.
Monika Kessler von Fleurop

Small-n-Tall: Sie bieten ja auf Fleurop.ch
die Sprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch an. Wie verhalten
sich die Bestellungen und die Sprachen untereinander? Der italienische Markt ist
in der Schweiz doch ziemlich beschränkt.

M. Kessler: Das ist richtig. Die Anteile der Sprachen entsprechen im grossen
und ganzen den Wemf-Zahlen für Internetnutzung (Marktforschungsinstitut).
Bestellungen aus dem Tessin machen ca. 4% aus, der englische Anteil ist bei ca.
0,5%, der französische Teil bei ca. 18%. Den grössten Teil machen also
ganz klar Bestellungen aus der Deutschschweiz aus, wobei allerdings auch der französische
Markt nicht unterschätzt werden darf. Da der französische Markt meist
vernachlässigt wird, wirken Werbemittel wie Banner oder Newsletter überproportional
gut und auch dieser Markt ist für uns dementsprechend wichtig.
Jetzt werden Fakten aufgelistet!

(M. Kessler von Fleurop.ch)

Small-n-Tall: Sie haben Newsletter angesprochen.
Nutzen Sie also auch Newsletter-Marketing für den Vertrieb?

M. Kessler: Da waren wir nicht sehr aktiv, da es ein relativ heikler Markt
ist. Es ist immer eine Gratwanderung, den Kunden nicht überzustrapazieren.

Aber selbstverständlich ist dies eine gute und vor allem kostengünstige
Marketingform mit grossem Potential. Es muss ein guter Mittelweg gefunden werden.
Erstens muss es vom Stil her ansprechend sein, zweitens muss dem Kunden auch ein
Vorteil geboten werden und drittens darf der Kunde nicht überflutet werden.
Small-n-Tall: Um nochmals auf Bannerwerbung zurückzukommen.
Geben Sie dem standardmässigen Fullsize-Banner noch Überlebens-Chancen
in Zukunft? Die Klickraten sind doch zumeist unter 0,5%?

M. Kessler: (lacht) Bei uns hat der Banner mehr als 0,5% Klickrate. Es
kommt allerdings immer darauf an, was für Banner man verwendet. Man kann
dies mit einem Werbeplakat vergleichen. So wie es gute und schlechtere Plakate
gibt, gibt es auch effektive oder weniger effektive Banner.

Banner haben also durchaus ihre Berechtigung und wir würden nie ganz auf
Bannerwerbung verzichten, zumal durch Banner eine gewisse Präsenz gewonnen
wird.
Small-n-Tall: Banner eignen sich
ja sehr gut für das Branding einer Marke...
M. Kessler: Das
stimmt und darauf möchten wir nicht verzichten. Aber auch für neue Werbemittel
sind wir selbstverständlich offen.

Sehr effektiv ist z.B. die Kombination von Bild und Text, da Frauen eher durch
Bilder angesprochen werden und Männer wiederum eher durch Textlinks.
Dekoration von Fast-Food-Kette

Entdeckt!
Wird die Fast-Food-Kette von

Fleurop mit Blumen eingedeckt?
Small-n-Tall: Fleurop gibt es ja schon seit 1926.
Was denken Sie, war das Erfolgsrezept, um so gross und so erfolgreich zu werden?

M. Kessler: (lacht) Es ist ganz einfach eine schöne Branche. Es geht
um Geschenke, Blumen sind ein Naturprodukt und sehen zudem optisch schön
aus. Und dies färbt auch auf das Unternehmen und die Mitarbeiter ab. Es ist
eine sehr positive Branche - und Blumen begleiten einen schliesslich von der Geburt
bis zur Beerdigung. Mit dieser Branche sind also sehr viele Emotionen verknüpft,
denen die Kunden mittels Blumen Ausdruck verleihen können. Ausserdem sind
Blumen ein sehr guter und einfacher Botschaftsträger.

Die Anfänge von Fleurop basieren ausserdem auf einer Liebesgeschichte, die
eine Fernbeziehung war. Irgendwann begannen sich die Liebenden ihre Liebesbotschaften
per Blumen zu übermitteln, indem sie jeweils einen in der Nähe des Partners
gelegenen Floristen mit der Blumenlieferung beauftragten. Diese Idee verbreitete
sich im Freundeskreis der beiden sehr schnell und daraus entstand schliesslich
das heutige Fleurop-Vertriebsnetz.
Small-n-Tall: Versenden Sie selbst eigentlich auch
Blumen über Fleurop?

M. Kessler: (lacht) Ja klar.
Yasmine Zemp, Monika Kessler, Remo Uherek

Jetzt noch das Gruppenfoto!
V.l.n.r. Yasmine Zemp (Small-n-Tall),
Monika Kessler (Fleurop), Remo Uherek (Small-n-Tall)

Danke für das Interview und den Einblick in die Blumenbranche!
Für Small-n-Tall,

Remo Uherek

(Danke Yasmine Zemp für die Fotos und die Begleitung ;-).
Das Fleurop.ch-Partnerprogramm:

Das Partnerprogramm ist nicht öffentlich, sondern nur auf Anfrage zugänglich.
Es wird 10% Provision für jede generierte Bestellung bezahlt. Anfragen direkt
an affiliate@fleurop.ch.



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